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Willkommen in der Evangelischen Kirche
Kirchen gehören zum Bild unserer Städte und Dörfer. Meist gehen wir an ihnen vorüber, manchmal hören wir ihre Glocken, seltener wagen wir den
Schritt über die Schwelle.
Das Zugehörigkeitsgefühl zur Kirche ist vielen Menschen verloren gegangen. Sie sind in Familien aufgewachsen, in denen nicht über den christlichen Glauben gesprochen, nicht in ihm
gelebt wurde. Es gab Ereignisse, die das Verhältnis zur Kirche schwierig machten und zur Trennung führten. Das geschah oft durch Nachlässigkeit, war Folge eines spontanen Ärgers oder finanzieller Überlegungen.
Und dann gibt es die ganz anderen Ereignisse. Ein Kind soll getauft werden. Sie werden um die Patenschaft gebeten. Ihr Partner oder Ihre Partnerin wollen sich kirchlich trauen lassen. Ein Mensch wird krank und verlangt
nach Trost und Beistand, und das geht über das eigene Vermögen hinaus. Der Tod soll begleitet werden. Sie finden in einer Kirche den Raum der Stille, den Sie schon lange suchten.
Vielleicht sind Sie auch nur
neugierig, was es mit dem Christentum auf sich hat. Ein Buch, ein Gespräch, ein Film geben den ersten Anstoß, sich kundig zu machen, weiterzufragen.
Der erste Schritt ist getan
Ein Anstoß ist
gegeben. Fragen kommen auf, auf die es keine Antwort zu geben scheint. Wen soll man fragen? Wohin sich wenden? Die Scheu ist groß, aus der Anonymität herauszutreten und sich zu erkennen geben. Zweifel begleiten die
Neuorientierung. Aber allmählich nimmt die Gewissheit zu: “Ich will es probieren. Ich will dazugehören. Ich will in die Kirche eintreten.”
Immer wieder ist von Kirchenaustritten zu lesen. Aber es treten viel mehr
Menschen Jahr um Jahr in die Kirche ein, als wir vermuten. Allein in Nordelbien waren es im Jahre 1999 über 5.000 Menschen. Junge und Alte. Darunter solche, die nicht getauft waren, andere, die nach der Konfirmation den
Kontakt zur Kirche abgebrochen haben und solche, die nach einem Austritt nun bewusst wieder in die Kirche aufgenommen werden wollen.
Die Kirchentüren stehen für alle offen. Pastorinnen und Pastoren nehmen sich
Zeit für Gespräche. Sie sind herzlich eingeladen zu Gottesdiensten und Meditation, zu Musik und Stille, zur Beteiligung am Leben der Gemeinden und zur Mitbestimmung in kirchlichen Gremien. Kirche wächst von unten. Sie
sind willkommen.
Kircheneintritt
Der zweite Schritt fällt schwerer. Für sich haben Sie eine Entscheidung getroffen. Aber Sie sind unsicher, was zu tun ist? Sie können mit der Pastorin oder dem
Pastor Ihrer Kirchengemeinde einen Termin verabreden, um sich zunächst beraten und informieren zu lassen. Aber vielleicht wissen Sie gar nicht, wo die nächste Gemeinde ist? Kein Problem, nehmen Sie Kontakt zu uns
auf, zusammen werden wir fündig werden!
Über den Kircheneintritt sprechen
Bei dem Gespräch mit dem Pastor bzw. der Pastorin geht es um Ihre Fragen und Probleme. Es ist keine Glaubensprüfung,
niemand verlangt von Ihnen eine Rechtfertigung. Aber Sie sollten sich selbst prüfen, wie ernst es Ihnen mit der Kirche ist. Sie setzen Ihre Unterschrift nicht unter ein Abonnement, das bei Bedarf ganz schnell wieder
gekündigt werden kann. Sie treffen eine ernste Entscheidung und sollten sich dessen bewusst sein.
Möglicherweise folgen dem ersten weitere Gespräche. Dafür sollten Sie sich Zeit nehmen. Die Pastorinnen und
Pastoren nehmen sich diese Zeit für Sie.
Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie in die Kirche eintreten wollen, füllen Sie einen Aufnahmeantrag aus und erhalten eine Bescheinigung über Ihre Zugehörigkeit zur
Evangelischen Kirche. Wenn Sie noch nicht getauft sind, ist der Weg länger. Aber es sind Menschen da, die Sie dabei beraten und die Ihnen helfen.
Schön, dass Sie nun dazugehören
Wir freuen uns
darüber, dass Sie nun der Evangelischen Kirche angehören. Die Gemeinden laden Sie ein, am kirchlichen Leben teilzunehmen, das Leben der Kirche mitzugestalten, auch Verantwortung zu übernehmen - je nachdem, wie es Ihren
Wünschen und Möglichkeiten entspricht.
Danke, dass Sie die kirchliche Arbeit unterstützen
Die Kirche ist dankbar dafür, dass ihre Mitglieder die kirchliche Arbeit finanziell unterstützen,
neben Spenden und Kollekten, vor allem durch die Kirchensteuer. Ihre Höhe beträgt neun Prozent der zu zahlenden Einkommensteuer. Kirchenmitglieder ohne ein zu versteuerndes Einkommen - zum Beispiel Arbeitslose und
Rentner - zahlen keine Kirchensteuer. Beachten Sie bitte, dass die gezahlte Kirchensteuer Sonderausgaben gemäß § 10 (1) Nr. 4 EStG sind, die Ihr zu versteuerndes Einkommen mindern. Es
entstehen Ihnen steuerlich also keine Nachteile.
Falls Sie eine Lohnsteuerkarte haben: Bitte lassen Sie Ihre Kirchenzugehörigkeit bei der zuständigen kommunalen Meldebehörde eintragen. In den folgenden Jahren
geschieht dies dann automatisch.
Ein neuer Anfang
Sie haben einen neuen Anfang gewagt - mit Gott, mit der Kirche und auch für sich selbst. Gott schenkt neue Hoffnungen. Sein Geist befreit zum
Leben und ermutigt zur Liebe. In der Liebe ist der Geist Gottes gegenwärtig.
“Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit”, schreibt der Apostel Paulus in seinem zweiten Brief an die Korinther. Das gilt
auch für die Kirchenmitgliedschaft. Sie sind eine neue Bindung eingegangen und haben die Freiheit, sie mitzugestalten.
Seien sie in Ihrer Kirche willkommen! |