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Versöhnung beim Essen
Nun habe ich schon 3 Kilo zugenommen, seit ich hier bin, und beim Schreiben der Artikel für diesen Gemeindebrief war jeder zweite eine Einladung zum
gemeinsamen Essen! Na, das kann ja was werden... Schon seit Wochen lieben die Lebkuchen und die Zimtsterne und Marzipan in den läden, und wir planen ein gemeinsames Essen nach dem anderen in der Adventszeit. Ob das
Zufall ist? Bestimmt nicht. Zusammen essen - das gehört einfach dazu, wenn es gemütlich sein soll. Und können Sie sich eine Feier ohne Essen vorstellen? Weihnachten ohne Weihnachtsgans?
Gemeinsam essen - das ist
nicht eine Erfindung der Lebensmittelindustrie. Das gehörte schon immer dazu. Schon in alten Zeiten wurden Verträge mit einem gemeinsamen Essen besiegelt. Gemeinsam genießen. Sich Zeit nehmen füreinander.
“Fresser und Weinsäufer” - auch so wurde Jesus genannt (Matthäus 11, 19). Jesus war einem guten Essen nicht abgeneigt. Oft wurde er eingeladen, und oft zu einem opulenten Mahl. Sein erstes Fest war vielleicht die
Hochzeit zu Kana. Dort ging der Wein zur Neige - Jesus selbst kümmerte sich um Nachschub. Später lud er sich dann zum Essen bei Zachäus ein - zum Entsetzen der umstehenden rechtschaffenen Bürger, die alle gern Jesus bei
sich gehabt hätten. Ausgerechnet Zachäus - ein Betrüger, ein Verräter. Aber dieses Hingehen zu Zachäus, dieses Zugehen auf einen, der so viel falsch gemacht hatte, das war genau das, was Zachäus gebraucht hatte.
Er gab seine Schuld zu, versprach, es wieder gut zu machen.
Gott kommt zu uns - das ist die Botschaft von Weihnachten. Zu allen. Auch zu denen, die vieles falsch gemacht haben im Leben. Gott kommt trotzdem -
gerade deshalb. Er kommt auf uns zu, vergibt uns unsere Schuld. Einfach so. In einem Weihnachtslied heißt es: “Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis...” Gotte versöhnt sich mit uns Menschen. Das muss
gefeiert werden. Kommen Sie und feiern Sie mit uns, zum Beispiel am 24. Dezember.
Versöhnung beim Essen. Vielleicht laden Sie in diesen Tagen auch mal Ihre Nachbarin ein, mit der Sie im Streit liegen? Wer weiß,
was beim Essen so alles geschieht...
Viel Erfolg dabei wünscht
Ihre Pastorin Antje William
P. S.: Um “meine” Gemeinde besser kennenzulernen, würde ich gern nicht nur die Geburtstagskinder ab 75
Jahre besuchen, sondern auch Familien, Alleinerziehende, Paare, Kirchenferne usw. Melden Sie sich bei mir, laden Sie mich ein. Es braucht ja nicht zum Essen zu sein...
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