Kirche in Gaarden
Über Stolpersteine

Stolperstein über Stolpersteine

Nanu, ist das nicht doppelt gemoppelt?

Einmal gibt es die Unebenheiten auf dem Boden, über die wir stolpern können, wenn wir mal unachtsam sind und uns dann (hoffentlich) nicht zu sehr wehtun.

Die anderen Stolpersteine tun (jedenfalls körperlich) nicht weh. Aber sie sollen uns nachdenklich machen, und vielleicht schmerzen sie dann doch ein wenig. Diese Stolpersteine verlegt ein Künstler seit einigen Jahren in ganz Deutschland. Sie sind so groß wie eine Steinplatte, goldfarben und sollen ins Auge fallen.

Sie werden vor Häusern verlegt, in denen in der Zeit des Nationalsozialismus Leute wohnten, die den damaligen Machthabern nicht passten: Nicht nur Juden, auch Kommunisten, Sozialdemokraten, Schwule, Zeugen Jehovas wurden damals - manchmal in einer Nacht-und-Nebel-Aktion, manchmal öffentlich - verschleppt und fanden fast immer den Tod.

In der nächsten Zeit startet in Gaarden eine größere Aktion dieses Stolperstein-Verlegens (am 02.08.2007 unter anderem in der Stoschstraße, Schulstraße, Preetzer Straße und Kaiserstraße). Auf den Steinen lesen wir die Namen der Opfer.

Da es in Gaarden angesagt ist, die Nase öfter mal auf den Boden zu senken (wegen herumliegender Bananenschalen und Schlimmerem), werden Sie auch über diese goldenen Platten stolpern. Mehr als bei einem Holocaustdenkmal (meiner Meinung nach) wird einem dabei bewusst, dass die Opfer der damaligen Zeit ganz normale Menschen waren wie Du und ich (einige ältere Gaardener werden den einen oder anderen gekannt haben).

Dann sollte man ein bisschen einhalten und nachdenken: Auch wenn die heutigen Zeiten nicht die rosigsten sind, hundertmal besser als damals sind sie allemal. Zum Beispiel dass wir jeden Abend ruhig ins Bett gehen können...

Eine schöne Sommerzeit wünscht Ihnen

Ihre
Uta Schnaack
 

Jesus Christus spricht: "Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig."
(Jahreslosung 2012; 2. Korinther 12, 9)