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Reformationstag - oder doch Halloween?
Jedes Jahr am 31. Oktober ist Reformationstag - zumindest war er das, bevor kirchliche Feiertage reihenweise Opfer unserer Landesregierungen
wurden. Und heute? Heute ist der 31. Oktober Halloween. Aha! Das heißt, man muss sich mindestens einen Kürbis kaufen und eine dämliche Grimasse in die ausgehöhlte Frucht schnitzen.
Es ist schon ein Phänomen, dass
wir Deutschen so ziemlich jeden Trend aus Amerika mitmachen. Aber müssen wir wirklich Halloween-Prdoukte kaufen, weil das gerade “trendy” ist?
Warum gibt es denn, provokativ gefragt, keine Reformations-Bonbons
oder Martin-Luther-Kekse? Vermutlich, weil der Durchschnitts-Deutsche (von seiner generellen Einstellung zum Glauben abgesehen) gar nicht mehr so recht weiß, was der Reformationstag für eine Bedeutung hat - und
Marketing-Strategen daher solchen Produkten auch keine Chance gäben. So funktioniert Marktwirtschaft eben; mit Halloween kann Geld verdient werden, der Reformationstag ist “einfach nur da”.
Traurig. Dabei sollte
man doch eigentlich wissen, dass der geistliche Aufbruch, der durch Dr. Martin Luther ausgelöst wurde, unsere Gesellschaft grundlegend verändert hat. Eine ganze Reihe von Entwicklungen (etwa die Trennung von kirchlicher
und staatlicher Macht, die gemeinsame deutsche Sprache oder der moderne Gottesdienst) haben dort begonnen und prägen bis heute unsere abendländische Zivilisation.
Immerhin: Das Leben Dr. Martin Luthers ist mit
“Luther” verfilmt worden. Vielleicht nicht an jeder Stelle geschichtlich ganz korrekt, aber dafür in einer gelungenen Mischung aus Historie und Unterhaltung.
Also sollten wir uns das Geld für den hässlich
grinsenden Kürbis sparen und lieber in eine Videokassette oder DVD investieren. Denn damit kann man ein Stück deutscher Geschichte erfahren - und das Wissen aus dem Film mitnehmen, dass erst durch den Deutschen Dr.
Martin Luther die Aussagen der Bibel für uns alle les- und begreifbar gemacht worden sind.
Herzlichst Ihr Matthias Wagner |