|
Bei einem geht es ganz schnell, beim anderen eher schleichend. Aber auf einmal merkt er: da ist einiges schief gelaufen in meinem Leben, vielleicht war es nur ein entscheidender Fehler, oder eine
ganze Kette, jedenfalls lässt sich das nicht zurückdrehen. Ich stecke fest, wie in tiefem Schlamm.
Jesus erzählt einmal von einem, der so richtig sein Leben in den Sand setzt. Meistens heißt die Geschichte “der
verlorene Sohn”: Der jüngere von zwei Söhnen lässt sich vom Vater das Erbe auszahlen und macht sich aufund daon. Fern der Heimat lebt er in Saus und Braus, feiert ordentlich mit vielen Freunden. Doch bald ist das Geld
alle- und die Freunde sind weg. Er kann nur noch einen dreckigen Job als Schweinehirte finden. Er hungert, aber selbst das Futter für die Schweine darf er nicht essen. Da entschließt er sich: ich will zurück zu meinem
Vater. Er macht sich auf, sagt zum Vater: “Ich bin es nicht mehr wert dein Sohn zu sein” und will statt dessen einfach beim Vater arbeiten. Doch der Vater ist außer sich vor Freude, dass sein Sohn wieder da ist. Es ist
für ihn wie Auferstehung: “Lasst uns feiern, dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden.”
Der Sohn steckte wirklich tief im Schlamm, in einer Sackgasse ohne Ausweg - doch sein Vater nimmt ihn in
Liebe auf.
Jesus erzählt das nicht etwa mit erhobenem Zeigefinger: mach das bloß wie dieser Sohn. Nein, er erzählt es, weil er weiß, dass wir Menschen oft sind wie der Sohn, der alles falsch macht. Er denkt:
jetzt habe ich alles verloren. Das kann ich nie ungeschehen machen. Aber Jesus erzählt von der Liebe des Vaters und sagt damit: du kannst dich noch so in Irrwege verrennen in deinem Leben, wo du meinst nicht mehr
herauszukommen - die Liebe Gottes ist größer!
Jesus selbst macht das seinen Freunden bei seinem Abschied deutlich: er weiß, dass einer ihn verraten wird, dass alle ihn im Stich lassen. Doch direkt davor gibt es
ein Festessen. Das letzte Mahl, das Abendmahl, ist ein Fest zur Versöhnung. Mit der Botschaft: auch, wenn ihrjetzt total versagt, unsere Freundschaft bleibt, weil Gottes Lieber größer ist. Daran erinnern wir uns am
Gründonnerstag, wenn wir in unseren Kirchen dieses Festmahl Jesu nachfeiern.
Das ist noch nicht Ostern, ja noch vo Karfreitag - aber es ist die schönste Vorwegnahme von Ostern. Das Fest des Lebens gegen die Macht
des Todes.
Wir können noch so tief feststecken im Schlamassel unseres Lebens, für Gott sind wir nicht verloren.
Ihr Matthias Ristau
|