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In den Familien wird nicht mehr miteinander gesprochen
So lautet die Erkenntnis einer neuen Umfrage. 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen gaben an, dass bei ihnen zu Hause keine Themen mehr besprochen würden und somit
die Familie als Keimzelle der Gesellschaft ausfallen würde. So schlimm ist es wohl noch nicht. Und manches Kind wird in seinem Muffelton auch die einfachste Antwort gegeben haben: “Nö, bei uns auch nicht.” Aber
auffällig ist schon, dass kaum noch eine Mahlzeit gemeinsam geschieht und sich jeder lieber mit seinem Müslipott in sein Zimmer verzieht.
Haben Eltern nichts mehr zu sagen? Gehen auch sie um des lieben Friedens
willen den leichteren Weg? Dabei gibt es so viel zu besprechen und zu erzählen, Erfahrungen auszutauschen, Hilfestellungen zu leisten, und die Zeit, in der die Kinder und Jugendlichen ansprechbar sind, geht schnell
vorüber. Wollen wir alle Aufklärung dem Fernsehen und Computer überlassen, wollen wir alle Weichenstellungen Fremden anvertrauen, alle Geschichtserkenntnisse dem Internet mit “Wikipedia” anvertrauen?
Ich glaube,
wir sollten uns als Eltern nicht selbst entmündigen. Reden wir miteinander, geben wir unsere Erfahrungen weiter, hören wir zu, geben auch Traditionen weiter, auch unsere religiösen Erfahrungen. Von wem sollten Kinder
wohl sonst authentisch darüber erfahren? Im Konfirmandenunterricht haben wir miteinander gesprochen, auf den Fahrten ganze Tage gemeinsam erlebt und dadurch vieles voneinander gehört und verstanden, Erfahrungen, die ein
ganzes Leben prägen können.
Liebe Konfirmanden ich wünsche Euch ein gesegnetes Leben, in dem viele Eurer Wünsche in Erfüllung gehen und darüber hinaus wünsche ich Euch immer einen festen Grund unter den Füßen. Im
Konfirmationsspruch, den Ihr Euch ausgesucht habt, ist dieser feste Grund verborgen, etwa in Psalm 142, 4: “Auch wenn ich selbst allen Mut verliere, Du, Herr, weißt, wie es mit mir weitergeht.”
Viele Grüße
von Pastor Uwe Hagge |