Kirche in Gaarden
Enttäuschungen

Undank ist der Welt Lohn, sagt ein altes Sprichwort

Sie kam zu uns, weil ein Gericht sie zu Arbeitsstunden verurteilt hatte. Wegen Drogengeschichten, sagte sie. Sie war fleißig und bemüht, hatte ein kleines Töchterchen und war willig, ein neues Leben anzufangen. Schnell erwarb sie sich unser Vertrauen, durfte eigenständig arbeiten, Pläne für die gemeinsame Zukunft wurden geschmiedet.

Dann verschwand eines Tages (unter anderem) ein nagelneuer Laptop aus der St. Matthäus-Kirche; eine letzte Spur des Computers fand sich in einem An- und Verkauf wieder, ihr Name war als Verkäuferin festgehalten.

Unsere Enttäuschung war riesengroß.

Jedes Jahr singen wir wieder die alten Lieder der Weihnacht. In einem heißt es: Gott schenkt uns seinen Sohn. Alle Jahre wieder feiern wir den Geburtstag von Jesus, der von Gott beauftragt wurde, den Menschen zu erzählen von Gottes Liebe, von seiner Bereitschaft, uns zu vergeben, ja mehr, uns von unserer Schuld zu befreien.

Was in der Krippe begann, endete dramatisch am Kreuz. Und auch in dem, was sich in den zweitausend Jahren danach abspielte, war oft von Liebe und Vergebung unter den Menschen keine Spur.

Ich kann mir vorstellen, dass Gottes Enttäuschung oft riesengroß war.

Erstaunlich, dass er uns nicht fallen lässt.


Herzlichst
Ihr Ferdinand Ohms
 

Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich.
(Jahreslosung 2010; Johannes 14, 1)