Kirche in Gaarden
Danken und Jammern

Danken und Jammern – wie passt das zusammen?

Einerseits feiern wir am dritten Oktober das Erntedankfest, andererseits: gucken wir in die Zeitungen, so ist Deutschland ein einziges Jammertal, hüben wie drüben: Da ist vom “ausblutenden, verzweifelten Osten” die Rede (Stern Nr. 36/2004), und im Westen schaut’s auch nicht viel besser aus: schließlich werden wir zu all unserem Kummer auch noch von den Ossis geschröpft, und das seit bald fünfzehn Jahren!

Warnemünde, Sonntag, den 22. August 2004, Flaniermeile “Am Strom”. Der Sommer ist doch noch gekommen. Eine Kneipe an der anderen, gut besucht. Viele Boutiquen und Unmengen gutgelaunter (tatsächlich) Menschen, die sich auf die Schiffe zur Hafenrundfahrt drängeln oder um die Fischbuden. Wie der frische Räucherfisch duftet! Um mit Goethes Faust zu sagen: “Zufrieden jauchzet Groß und Klein, hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!” Wäre ich jetzt ein Mensch aus der Dritten Welt, würde ich – frei nach Asterix, da waren es die Römer – sagen: “Die spinnen, die Deutschen.” Das ist das ausblutende Land, dem – auch im Westen – der Kollaps droht? Trotz Hartz IV, obwohl unser Lebensstandard tatsächlich schon höher war, jammern konnten wir Deutschen immer auf hohem Niveau.

Mal ehrlich: Geht es uns nicht (immer noch) verdammt gut? Wohl alle hat der jüngste Terror in Russland tief erschüttert. Leben wir nicht (immer noch) in einem relativ sicheren Land? Haben wir nicht (immer noch) genug zu essen? Sind das nicht Gründe genug – nicht nur am Erntedanktag – ein bisschen dankbar zu sein? Sollten wir nicht ein bisschen mehr Gottvertrauen haben? Gucken sie doch mal in eine Bibel, z. B. beim Evangelisten Matthäus im 6. Kapitel. Da steht was von den Lilien auf dem Felde. Wenn wir uns zu viel Sorgen machen, wird es uns bestimmt nicht besser gehen.


Ihre Uta Schnack
 

Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich.
(Jahreslosung 2010; Johannes 14, 1)