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Ausgesorgt
“Mensch, wenn ich ein paar Millionen gewinnen würde, dann... hätte ich endlich ausgesorgt. Da könnte ich das Geld anlegen und von den Zinsen leben. Immer nur Urlaub und
mir das leisten, was ich schon immer mal haben wollte. Das wär ein Leben.”
Ja, wär’s das wirklich? - So manch einer meinte schon ausgesorgt zu haben, sei es wegen eines Lottogewinns oder weil er sonst einiges
angehäuft hatte.
Einige dieser Millionenträume sind in der Wirtschaftskrise zerplatzt. Dabei ist nicht jeder so abgesichert wie die Manager, die trotz Misswirtschaft noch Millionen als Abfindung kriegen. Einige
hatten ganz schnell richtig viel Geld gemacht. Dann kam die Krise und die eben noch so wertvollen Papiere wurden zu Altpapier. Doch selbst, wenn der Reichtum bleibt, ist die Frage, ob man davon wirklich glücklich wird.
Natürlich träumt keiner davon, arm zu sein. Immer zu wenig zu haben, das ist, weiß Gott, nicht toll. Und noch weniger toll ist es, wenn einige wenige immer mehr und viele andere immer weniger haben.
Jesus hat dazu mal eine Geschichte erzählt, in der er die Frage stellt, was es nutzt Reichtum anzuhäufen:
“Ein reicher Grundbesitzer hatte eine besonders gute Ernte gehabt. ‘Was soll ich jetzt tun?’, überlegte
er, ‘ich reiße meine Scheunen ab und baue größere! Dann kann ich das ganze Getreide und alle meine Vorräte dort unterbringen und kann zu mir selbst sagen: Gut gemacht! Jetzt bist du auf viele Jahre versorgt. Gönne dir
Ruhe, iss und trink nach Herzenslust und genieße das Leben.’ Aber Gott sagte zu ihm: ‘Du Narr, noch in dieser Nacht werde ich dein Leben von dir zurückfordern. Wem gehört dann dein Besitz?’” (Lk. 12)
Was Jesus
hier sagt, ist ziemlich drastisch, ja erschreckend. Ich meine, er will hier weder etwas gegen Reiche noch gegen den Traum vom Reichtum sagen, aber dagegen, dass man meint, damit ausgesorgt zu haben.
Er sagt:
Niemand lebt davon, dass er viele Güter hat (Lukas 12, 15). Es geht ihm um die Einstellung zum Leben und zu all dem, was wir zum Leben brauchen. Meine ich: das habe ich alles verdient, das ist meins und ich geb’ doch
keinem was ab. Oder sag ich: letztlich sind alles gute Gaben von Gott, der die Welt erschaffen hat. Ich freu mich über alles, was er mir gibt. Ich sehe aber auch die, die weniger haben, und tue meinen Teil, um denen zu
helfen, die zu wenig haben.
Darüber denken wir zu Erntedank nach, doch eigentlich ist es nicht nur ein Thema für einen Tag, sondern eine Frage der Lebenseinstellung.
Matthias Ristau
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