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Pfingsten - der “Geburtstag der Kirche”
Pfingsten feiern die Christen die “Ausgießung des Heiligen Geistes” und damit den Geburtstag der Kirche. In der Apostelgeschichte des Lukas 2,
1-4 heißt es:
“Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie
saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an zu predigen in anderen Sprachen, wie der
Geist ihnen gab auszusprechen.”
Mit dieser bildreichen Darstellung wird das beschrieben, was bereits in Joel 3, 1 - 5, prophezeit worden war: die Ausgießung des Heiligen Geistes. Das Bild steht für den Auftrag
zur Verkündigung der Botschaft von Jesus Christus und zur Verbreitung des Christentums in alle Welt. Dieses Freudenfest feiern wir jedes Jahr. Mit Pfingsten endet die 50-tägige österliche Festzeit. Der Name ist
abgeleitet aus “pentekoste”, dem griechischen Begriff für “fünfzig”.
Wir wünschen Ihnen gesegnete Pfingsttage und hoffen, dass Sie auch die Zeit finden, um die Bedeutung dieses kirchlichen Festes einmal wieder
neu zu ergründen.
Bedeutung und Ursprung des Pfingstfestes
Neben Ostern und Weihnachten ist Pfingsten das dritte große christliche Fest in unserem Kalender. Es wird seit dem vierten
Jahrhundert 50 Tage nach Ostern gefeiert, was dem Pfingstfest auch den Namen gab ( pentekoste = der fünfzigste Tag nach Ostern ).
Die Apostelgeschichte des Lukas berichtet im 2. Kapitel von der Ausgießung des
Heiligen Geistes, der die Menschen unmittelbar die begeisternde, aktivierende und tröstende Kraft Gottes erfahren lässt. Die Jüngerinnen und Jünger Jesu werden 50 Tage nach Jesu Tod vom Heiligen Geist erfüllt und fangen
plötzlich an, in fremden Sprachen zu predigen. Petrus hält seine berühmte Pfingstpredigt. Tausende lassen sich taufen und schließen sich zur ersten christlichen Gemeinde zusammen.
Pfingsten gilt daher als “Geburtstag der Kirche”.
Jüdisches Wochenfest
Das christliche Pfingsten fällt zusammen mit dem jüdischen Wochenfest ( hebräisch “chag-haschabuot”), vom dem im Alten
Testament berichtet wird (2. Mos. 34, 22). Das “Fest der Wochen” wird sieben Wochen nach dem Passah- und Mazzotfest gefeiert. Dieses war ein Ernte- und Wallfahrtsfest, das die Passahzeit abschloss. Nach 70 n.Chr.
(Zerstörung des Tempels) verschob sich der Festinhalt. Das Wochenfest wurde zum “Schwurfest” (“chag-haschebuot”), an dem man die Erneuerung des Bundes vom Sinai feierte.
Pfingst-Symbole
Die Pfingsttaube:
Die Taube steht als Symbol für den heiligen Geist, aber auch für die Reinheit und das vom Geist inspirierte Denken. Lukas (3, 22) erzählt, dass bei der Taufe Jesu der Heilige Geist “sichtbar auf ihn herab” kam “wie eine Taube.” Heutzutage schmückt manchmal eine hölzerne Taube zu Pfingsten die Kirchen. Sie schwebt im Kirchenschiff, über dem Taufbecken oder an dem Schalldeckel der Kanzel.
Das Pfingstfeuer:
Bis ins 20. Jahrhundert wurde im Gebirge und in Schlesien zu Pfingsten der Abschied von der Winterzeit und der damit verbundene Frühlingsanfang gefeiert. Am 2. und 3. Pfingsttag wurde ein Freudenfeuer, das so genannte Pfingstfeuer, entfacht. In vielen Gegenden schmückte man zusätzlich die Häuser mit Blumen und Birkenzweigen und sang spezielle Pfingstlieder. In der heutigen Zeit wird in manche Orten am Pfingstsamstag ein Pfingstfeuer, ähnlich wie das Osterfeuer, entzündet. Das Feuer ist verbunden mit einem langem Gottesdienst mit Liedern, Lesungen und Erzählungen und einer Nachtwache, der Pfingstvigil.
Feuerzungen:
Auf den meisten Pfingstdarstellungen sind Feuerzungen über den Köpfen der Jünger Jesu zu sehen. Sie stellen die Erleuchtung angesichts der Ausgießung des Heiligen Geistes dar und symbolisieren die Fähigkeit des “Sprechens in jeder Sprache”.
Die Pfingstrose:
Die Pfingstrose ist ein, aus dem Mittelmeerraum und China stammendes Pfingstsymbol, das der Sage nach aufgrund ihrer heilenden Wirkung nach dem Götterarzt Paeon benannt worden ist. Der Geschichte nach ging eine Frau, als sie vom Tode Jesu erfuhr, in ihren Rosengarten und weinte. Als sie merkte, dass ihre Rosen keine Dornen mehr besaßen, sagte sie: “Gott hat die Dornen fortgenommen, das Leid hat sich in Freude verwandelt.”
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