Kirche in Gaarden
St. Nikolaus

Zwei mildtätige Heilige verschwimmen zu einer Person - wundersamer Nikolaus: die Sache mit den Strümpfen

Vor allem für Kinder ist er bis heute gegenwärtig: Bischof Nikolaus lebte im 4. Jahrhundert in Myra in Kleinasien - der heutigen Türkei. Er starb am 6. Dezember 343. Viele Geschichten ranken sich um das Leben des mildtätigen Mannes. Dabei hat er die überlieferten guten Taten wohl nicht allein gemeistert. In der Legende verschwimmen zwei Männer mit Namen Nikolaus zu einer Person.

Beider waren Bischof, beide kamen aus Kleinasien. Der eine war Myra tätig, der andere in Pinara. Die Orte liegen östlich der Insel Rhodos. Abt Nikolaus von Sion, Bischof von Pinara, lebte jedoch etwas später. Er starb erst 564. Heute ist es unmöglich zu sagen, wer welche Leistung vollbracht hat. Fest steht jedoch: Beide waren Freunde der Armen sowie mildtätig und hilfsbereit.

Warum aber bekommen Kinder seit dem 16. Jahrhundert am 6. Dezember Geschenke in Strümpfe oder blank gewienerte Schuhe gesteckt? Dieser Brauch geht auf folgende Erzählung zurück: Nikolaus von Myra war ein reicher Mann, der von seinen früh verstorbenen Eltern viel Geld geerbt hatte. Er hörte das Klagen eines verarmten Edelmannes, dessen Töchter keine Aussteuer bekommen konnten. Es wäre dem Vater nichts anderes übrig geblieben, als die Mädchen auf die Straße zu schicken, damit sie dort ihr Geld verdienen. Doch Nikolaus hatte Mitleid. Er warf ihnen nachts drei Goldklumpen durch den Kamin, die in den zum trocknen aufgehängten Strümpfen landeten. So wurden die Mädchen vor der Schande bewahrt und konnten ehrenhaft verheiratet werden.

Auch die komplette Besatzung eines Schiffes soll ein Nikolaus gerettet haben. Als in einem heftigen Sturm das Schiff zu sinken drohte, hat er gebetet. Seine Fürbitten beruhigten das Unwetter und alle Menschen kamen sicher an Land. Seitdem  ist Nikolaus auch der Heilige der Seefahrer.

Bereits wenige Jahrhunderte nach seinem Tod war Nikolaus weit über die Heimatregion hinaus bekannt. Als der kranke Bruder des byzantinischen Kaisers im 11. Jahrhundert an seinem Grab in Myra Heilung erfuhr, wurde seine Wunderkraft bis nach Europa bekannt.

Kurz darauf raubten italienische Seeleute seine sterblichen Überreste und brachten sie nach Bari in Italien, wo man eine Kirche über seinem Sarkophag errichtete. Zu der Zeit begann der richtige Nikolauskult. Der heilige Mann wurde sowohl in der katholischen als auch griechisch-orthodoxen Kirche verehrt. Bari feierte alljährlich ein großes Fest zu Ehren seines Stadtheiligen.

Der Brauch, Nikolaus in voller Gestalt erscheinen zu lassen, begann ebenfalls um die erste Jahrtausendwende. Ein Familienmitglied verkleidete sich als würdevoller Bischof. Dieser las den weniger artigen Kindern ordentlich die Leviten, und den artigen schenkte er Äpfel, Nüsse und Gebäck.

Geräuschvoller Begleiter ist Knecht Ruprecht, ein schwarzer, polternder und unheimlicher Geselle. Er wird vor allem in Westfalen als so genannter Stutenkerl (s. u.) aus Hefeteig nachgebacken. In anderen Regionen heißt das Gebäck auch Nikolaus- oder Weckmännchen.




Stutenkerle

Zutaten:
500 g Mehl, 1 Packung Trockenhefe, 100 g Margarine, 125 g Zucker, 2 Packungen Vanillezucker, 1 Eiweiß, 200 ml Milch, 1 Eigelb, 1 Eiweiß, Rosinen, Mandeln, Zitronat

Zubereitung: Aus Mehl, Hefe, Margarine, Zucker und Vanillezucker sowie Milch und Eiweiß wird ein Teig geknetet, den man an einem warmen und zugfreien Ort etwa 20 Minuten gehen lässt. Danach wird der Teig noch einmal kräftig durchgeknetet und 1 cm dick ausgerollt. Mit Hilfe einer Pappschablone oder eines Ausstechförmchens kann man Figuren mit Kopf, Bauch, Armen und Beinen ausschneiden. Diese werden auf ein wenig gefettetes Backblech gelegt und mit Rosinen, Mandeln etc. dekoriert. Das Eigelb wird mit wenig Wasser verrührt, und die Figuren werden damit bepinselt. Nachdem man die Figuren nochmals hat gehen lassen, werden sie im vorgeheizten Backofen bei 175 bis 200 ° C (Gas Stufe 3) in 15 bis 20 Minuten goldbraun gebacken.

 

Jesus Christus spricht: "Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig."
(Jahreslosung 2012; 2. Korinther 12, 9)