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Neue Paramente* für St. Markus - die Farben des Kirchenjahres
Was soll auf den Paramenten zu sehen sein, damit sie zeigen, worum es bei unseren Festen im Kirchenjahr geht? Das war – und ist – für
mich die Frage.
Das grüne – Foto rechts – für die festlose Zeit (das sind die Wochen nach Trinitatis oder Epiphanias, Wochen ohne besondere Höhepunkte) zeigt einen Weinstock mit Trauben und Reben. Die
grüne Grundfarbe steht symbolisch für das Leben und orientiert sich farblich an der wachsenden Saat.
Das Bild weist hin auf die Worte Jesu: “Ich bin der Weinstock – ihr
seid die Reben. Ohne mich könnt ihr nichts tun.”
Das rote – Foto unten – weist im Gottesdienst hin auf die Feste des Heiligen Geistes (Pfingsten) und der Kirche (Konfirmation, Reformationstag u. a.).
Die rote Farbe steht für das Feuer des Heiligen Geistes; die Flammen
erinnern an die Pfingstgeschichte, als die Jünger Jesu, vom Geist Gottes erfasst, sich erstaunlicherweise einer riesigen Anzahl von Menschen aus aller Herren Länder in den ungewöhnlichsten Sprachen
verständlich machen konnten. Sie waren nicht – wie von Spöttern verdächtigt – volltrunken, sondern mitgerissen von Gott. Dazu sind rote Tropfen wie Blutstropfen auf dem Bild zu sehen; sie weisen auf
das Blut der Märtyrer und Lehrer des Glaubens, die unter Einsatz ihres Lebens die Kirche lebendig halten.
Violett – das ist die Farbe für die Passionszeit, die Adventswochen und den Buß- und Bettag.
Diese Anlässe sind verbunden durch die Aufforderung zur Besinnung und Buße. In der Passionszeit bedenken wir
die Leiden Jesu; in den Wochen des Advent bereiten wir wir uns durch einen großen “Hausputz” auf die Geburt Jesu vor – nicht nur in Häusern und Wohnungen, sondern auch für Seele, Herz und Gewissen. Deshalb wird auf
diesem Parament ein Hahn zu sehen sein: In der Nacht, als Jesus gefangen genommen und zur Folter geführt wurde, hat sein – nach dessen eigener Einschätzung – bester Freund Petrus nachdrücklich geleugnet, “diesen
Menschen” auch nur gekannt zu haben. Als der Hahn kräht, erinnert er sich daran, dass Jesus ihm vorausgesagt hat: Nimm den Mund nicht zu voll, Petrus – auch du wirst wirst mich verraten, um deine Haut zu retten. Diese
Erkenntnis beschämt und betrübt Petrus. So soll der Hahn auf diesem Bild daran erinnern, dass Jesus von den eigenen Freunden im Stich gelassen wurde, und es soll helfen, den eigenen Schwächen ins Auge zu sehen und um
Vergebung zu bitten.
Bleibt das weiße Parament, das uns an allen Festen begleitet, in deren Mittelpunkt Jesus Christus steht – als bekannteste seien Weihnachten und Ostern genannt.
Die weiße Farbe ist seit alters Hinweis auf die Farbe der Gewänder, die die Engel am Grab Jesu trugen. Wie kann das zusammengehen in einem Bild: Geburt und Auferstehung - Stall, Krippe, Stern … und Ostern?
Das Osterei, das Konfirmanden so gern vorschlagen, ist zwar ein Ausdruck dafür, dass wir mit Ostern das neue Leben feiern, das mit Jesu Auferstehung auch für uns beginnt – passt aber wohl kaum zu Weihnachten! Ich bin
gespannt, was am Ende zu sehen sein wird…
Wenn alle vier Paramente fertiggestellt sind, werden sie in einem Gottesdienst in Gebrauch genommen – dann werden Sie und ich mehr wissen.
Wir setzen Sie rechtzeitig davon in Kenntnis!
Pastorin Christine Ehlen
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“Parament” – vom lateinischen Wort parare = bereiten hergeleitet - dieser Begriff meint alle Gewänder und
Textilien, die im Gottesdienst verwendet werden. Darunter ist die Bekleidung der Geistlichen (Talar, Stola u. a.) ebenso zu verstehen, wie Altardecken, Behänge an Altar, Kanzel und Lesepult (“Antependien”), Wandbehänge
und Teppiche. Mit ihren Symbolen und Farben verweisen sie auf ihren Zweck und auf die jeweilige Festzeit des Kirchenjahrs. In speziellen Werkstätten (z. B. der Paramentenwerkstatt in Ratzeburg) werden die Stoffe
angefertigt. Die je vier neuen Antependien (= die an der Vorderseite Hängenden) für die St.-Markus-Kirche werden in “Utes Webladen” in der Beckergrube in Lübeck hergestellt. Ute Augustin hat bereits für andere
Kirchen liturgische Stücke hergestellt. Diese werden nach Entwürfen von Christine Ehlen gearbeitet
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