Kirche in Gaarden
Kirchweihfest 2007

Kirchweihfest: 40 Jahre St.-Matthäus-Kirche

Die Anfänge der eigenständigen Kirchengeschichte in Gaarden gehen auf das Jahr 1883 zurück. Damals wurde die Kirchengemeinde Gaarden gegründet. Sie hatte drei Pfarrbezirke und eine Kirche, die Johannes-Kirche.

Aber schon 1908 erhielt der Pfarrbezirk Matthäus eine eigene Predigtstelle, die Matthäus-Kapelle, gelegen hinter der Fassade des kirchlichen Wohnhauses.

1943 wurde dieses Haus wie alle kirchlichen Gebäude in Gaarden zerstört. Bis 1947 war die Gemeinde damals ohne eigene Räumlichkeiten, Gottesdienste wurden in der Wartehalle des Kleinbahnhofes abgehalten, das Kirchenbüro war in der Stehbierhalle des Friesenhofes untergebracht.

Ab 1947 feierte man dann Gottesdienste in einer kleinen Notkirche, eine Baracke in der Bielenbergstraße.

Durch die vielen Menschen, die nach dem Krieg in Gaarden eine neue Heimat fanden, wuchsen die Gemeindegliederzahlen rasant. Dies und auch der Umstand, dass die drei Pastoren sich nach einer eigenen Gemeinde sehnten, führte dazu, dass man 1949 beschloss, aus den drei Pfarrbezirken drei Gemeinden zu machen. Am 1. Oktober 1950 war diese Aufteilung dann rechtens.

Aber bis die St.-Matthäus-Gemeinde eine eigene Kirche erhalten sollte, dauerte es noch lange. 17 Jahre, in denen man erleben musste, wie immer mehr Gemeinden in Kiel und auch die beiden Gaardener Nachbargemeinden ihre eigenen Kirchen erhielten. Aber dann wurde es endlich konkret.

Nur wohin sollte man die Kirche bauen? Der alte Standort der Matthäus-Kapelle kam nicht mehr in Frage. Denn das Grundstück hatte die Stadt enteignet, um dort den Ostring bauen zu können. So blieb nur noch ein von der Stadt angebotenes Grundstück am Rande von Gaarden in der Stoschstraße.

Am Sonntag, dem 24. September 1967, war es dann endlich so weit: Bischof Hübner weihte die neue Kirche ein.

Die
St.-Matthäus-Kirche war in einjähriger Bauzeit erstellt worden. Sie enthielt 278 Plätze, und der Turm hat eine Höhe von 29,5 Metern mit einem kupfernen Turmhelm von 8 Metern Höhe. Im Turm befinden sich 4 Glocken.

Aber damit war die Kirche noch nicht komplett. Denn noch gab es keine Orgel, und auch schöne Glasfenster fehlten. 1970 hatte der Kirchbauverein dann so viel Geld gesammelt, dass endlich eine Orgel den Kirchbau zierte, 1975 wurde dann ein buntes Glasfenster installiert und 1979 konnte endlich das so lang ersehnte Gemeindehaus neben der Kirche eingeweiht werden.

War es bis dahin in den Kirchengemeinden Gaardens finanziell und personell immer bergauf gegangen, zeichneten sich bald schwerere Zeiten ab. Sinkende Kirchenmitgliederzahlen und Einnahmen führten 1982 zu ersten Kürzungen.

In St. Matthäus wurde eine Pfarrstelle gestrichen, und auch im Bereich der Mitarbeiter wurde gespart.

Das sollte von nun an so weitergehen. Jedes Jahr gab es weniger Geld, musste mehr gespart werden.

So rückten die Gaardener Gemeinden wieder enger zusammen und schlossen sich im Jahr 2002 dann wieder zur Kirchengemeinde Gaarden zusammen. So dauerte die Geschichte der drei Gaardener Gemeinden St. Matthäus, St. Johannes und St. Markus nur 52 Jahre.

Aber was davon übrig geblieben ist, sind drei Kirchen mit drei Gemeindezentren.

Und die Kürzungen haben Spuren hinterlassen.

Arbeiteten am St.-Matthäus-Zentrum vor 25 Jahren noch fünf hauptamtliche Mitarbeiter, so sind jetzt neben dem Pastor nur noch zwei Stundenkräfte beschäftigt, im ehemaligen Gemeindehaus ist der
Kindergarten eingezogen und die Kirche hat auch die Aufgaben des Gemeindehauses übernommen.

Und wie geht es weiter?

Das ist noch offen.

Zur Zeit laufen Verhandlungen mit dem Ziel, aus der Kirche ein soziales Zentrum zu machen. Aber auch hier heißt es wieder: Wer kann das bezahlen?

Auf jeden Fall aber wird gefeiert. Mit einem Festgottesdienst am 23. September um 10.00 Uhr wollen wir das 40-jährige Jubiläum begehen.
 

Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich.
(Jahreslosung 2010; Johannes 14, 1)